Wenn man zugezogen ist…

Ich weiß gar nicht, ob das im Blog schon mal aufgetaucht ist, aber ich komme ursprünglich nicht aus NRW. Aufgewachsen und zu Schule gegangen bin ich im schönen Landkreis Hannover. Da habe ich auch bis 2011 gewohnt und bin in Deutschland noch gar nicht so viel rumgekommen. Mit dem Umzug nach Paderborn bin ich also plötzlich auf eine andere „Kultur“ gestoßen. Und das ist wirklich nicht übertrieben 😀

Als erstes erst mal meine Sprache. In den Ohren eines Paderborner scheine ich einen echt merkwürdigen Akzent zu haben. Dabei dachte ich bis dahin, dass ich ein sehr klares Deutsch spreche. Davon bin ich immer noch überzeugt, aber ich musste mir schon so manchen Kommentar anhören, wenn ich „Kirche“, „Birne“ oder „Milch“ sage. Die Paderborner betonen das i hierbei sehr gerne und bei mir klingt es für sie wohl eher dumpf, mehr wie eine „Börne“ oder „Körche“. Wie gesagt, die Sache kommt mir immer noch Spanisch vor 😀

Aber auch ich hatte was an meiner neuen Heimat auszusetzen: Das Essen. Bei Essen finde ich, zeigt sich recht schnell, ob man Zuhause ist oder nicht. Mein erstes, trauriges Erlebnis hatte ich auf dem Paderborner Weihnachtsmarkt, als ich bei einem Süßigkeitenstand „Schmalzkuchen“ bestellen wollte. Man hat mich angeguckt wie ein Marsianer… Das war dann mein erstes Weihnachten ohne Schmalzkuchen 😦

Letzte Woche hatte ich dann ein ähnliches Problem. Die Eltern meines Freundes waren da und dann wollte ich meine Kochkünste unter Beweis stellen 🙂 Es sollte Grünkohl geben. Ich esse ihn am Liebsten ( und so macht mein Papa ihn auch immer) mit Kartoffeln, etwas Kassler und als Highlight Bregenwurst. Tja und genau die kennt hier wieder keine Sau -.- Die Verkäuferin an der Fleischtheke war ziemlich überfordert mit meinem Wunsch und musste erst mal eine Kollegin suchen. Die konnte ihr dann zumindest schon mal erklären, dass sie das nicht haben und das mehr eine regionale Sache sei. Ich wurde mit 6 Mettenden und den Worten „Sowas gibt es nur in Niedersachen“ abgefrühstückt. Danach konnte der Kohl ja nur noch eine Enttäuschung werden, denn Bregenwürste sind viel saftiger und würziger als diese doofen Mettenden 😀 Aber ich hab sofort meinem Papa mein Leid geklagt und bekomme welche an Weihnachten mitgebracht.

Heute war dann auch wieder so ein Tag, an dem ich mich wie ein Fremder im eigenen Land gefühlt habe, denn es war der 11.11.. Für den Kölner ist das eine ziemlich große Sache, aber ich sehe nur ziemlich viele Schnapsleichen und Chaos am Bahnhof 😀 Mal sehen, wie das nächstes Jahr wird, wenn wir unseren ersten Rosenmontag hier haben. Vielleicht suchen wir uns einen Umzug und fangen klein an, aber ich glaube, da lassen uns die Arbeitskollegen meines Freundes keine Chance 😀

Natürlich will ich euch nicht verwirrt zurücklassen

https://de.wikipedia.org/wiki/Schmalzgreben

https://de.wikipedia.org/wiki/Bregenwurst_%28Wurst%29

Und wenn ihr mal in Hannover auf dem Schützenfest seit, bestellt doch mal in lustiger Runde eine Lüttje Lage 🙂 Wer die besondere Trinkweise nicht kann, sollte es lieber lassen, sonst hat er das Zeug nur überall 😀

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttje_Lage

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